The Blues

The Blues

Besetzung

Henrik Freischlader – g, voc
Oliver Schmellenkamp – b
Daniel Guthausen – d

Weitere Musiker
Sascha Kühn - keys

Der junge Mann aus Wuppertal hatte schon einen guten Ruf, da war dieses Debüt-Album noch nicht in der Mache. Hör dir mal Henrik Freischlader an, hieß es. Die Vorschusslorbeeren bestätigte Freischlader durch Download-Songs auf der Homepage und eine folgende Demo-CD. Was für ein Talent! Nun gibt es das Debüt, das Freischlader schlicht The Blues nennt. Ein Hammer, mit dem er so ziemlich alles, was es international auf dem Sektor gibt, in den Schatten stellt. Selbst mit einem Joe Bonamassa oder einem Greg Koch kann der junge Mann aus dem Bergischen mithalten. Selten, die oben genannten mal ausgenommen, hat man so flüssige, brillante Gitarrenläufe gehört.

Was macht Freischlader so besonders? Er ist kein Gitarren-Quälix, keiner, der sich auf sein Können etwas einbildet, vielmehr demonstriert er seine Fingerfertigkeiten so, dass sie jederzeit spannnend klingen. Punktgenaue Breaks, gut platzierte Pausen sowie prägnante Licks, dazu auch Slow-down-Nummern wie When I First Saw You sorgen für Spannung. Wenn man schon so talentiert ist und dieses dann auch richtig einzusetzen weiß, dann zeugt das von einer gewisssen Reife. Freischlader scheint sie zu haben, denn auch sein Songwriting ist exzellent. Natürlich erinnern dynamische Shuffle- Nummern etwas an Stevie Ray Vaughan, aber es wäre zu einfach zu sagen, Freischlader habe sich nur an dem Texaner orientiert. Auch an B.B. King kommt kaum ein Bluesmusiker vorbei. An dem Großmeister orientiert sich Freischlader beispielsweise bei Lonely World. Trotz der unüberhörbaren Vorbilder versucht Henrik einen eigenen Stil zu etablieren. Dass der junge Wuppertaler alle Songs selbst schreibt, kommt ihm dabei zugute. Sogar als Sänger – da haben ja viele exzellente Gitarristen ihre Schwachstelle – überzeugt der Youngster. Ein weiteres positives Argument liefert die glänzend eingespielte Band. Oliver Schmellenkamp (Bass) und Daniel Guthausen (Drums), zu denen sich bei einigen Tracks noch der Keyboarder Sascha Kühn gesellt, grooven bei den Uptempo-Nummern höllisch. Eins ist nach diesem Debüt gewiss: Der Wuppertaler steht vor einer großen Zukunft.

Uwe Meyer, Bluesnews (Ausgabe 45)